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Jurte

Ein Holzfeuer knistert, es ist behaglich warm und draußen fallen schon die ersten Flocken. Gemütlichkeit. Wenn es etwas gibt, das die Jurte - besonders im Winter - ausstrahlt, dann dies. Doch unter dem gemütlich-traditionellen Deckmantel verbirgt sich ein gänzlich neuartiges Baukonzept. Es stehen nämlich zwei Jurten ineinander. Somit bietet der Wand-Zwischenraum Platz für eine dicke Isolationsschicht aus Stroh. Unter dem Dach aus LKW-Plane und an den Wänden bleibt außen ein Raum, in dem Luft zirkulieren kann. Auf diese Weise kann Kondenswasser auch im Winter abtrocknen.

Aber nicht nur die Konstruktion ist besonders, auch die Entstehungsgeschichte ist beachtenswert. So wurde beinahe jedes Teil der Jurte selbst hergestellt. Angefangen bei den Scherengitterlatten, die Roh als eckige Latten alle erst an den Kanten abgerundet werden mussten (immerhin etwa 4km Kante!), über die unzähligen Knoten (etwa 25.000), die die Latten zu einem stabilen Scherengitter verbinden, bis hin zu der Verschweißung der Dachplane, haben wir so ziemlich jedes Bauteil in Workshops selbst hergestellt.

Der ursprüngliche Bauworkshop im Oktober 2014 dauerte etwa zwei Wochen. Entstanden ist hier ein Rohbau, der dann durch den Umzug an den jetzigen Standort noch einmal um ein vielfaches verbessert wurde. Im Zuge dieser Verbesserungen entstand zum Beispiel Bodenplatte. Diese ist ebenfalls mit Stroh gedämmt und hat einen Dielenboden aus Douglasienholz. Eine weitere Besonderheit ist die kuchenartige Stückelung des Bodens. Dies ermöglicht es, im Fall der Fälle, die gesamte Plattform zügig und ohne Maschineneinsatz abzubauen bzw. umzuziehen.

Beheizt wird die Jurte mit einem modernen Küchenherd, der mit Holz befeuert wird und über eine Sichtscheibe verfügt. So kann man in langen Winternächten den Schein des Feuers genießen und sich gleichzeitig auf dem Herd einen Tee kochen.

Der ganze Innenraum ist auf Modularität ausgelegt. So gibt es, abgesehen vom Herd, keine festen Einbauten. Die Küche steht beispielsweise auf Rollen und kann nach Belieben im Raum platziert und angeordnet werden. Ein Keller in der Mitte bietet ausreichend Stauraum für Lebensmittel und Dinge des täglichen Bedarfs.

Ursprünglicher Jurtenbau
Jurtenumzug & -wiederaufbau